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Kiwi Christmas - Meri Kirihimete, Aotearoa!

Neuseeländische Weihnachten drehen sich weniger um Schnee und wärmende Kaminfeuer als vielmehr um Sonne, Sand und ausgelassenes Grillen im eigenen Garten.


Das religiöse Weihnachtsfest wurde im frühen 19. Jahrhundert von christlichen Missionaren in Neuseeland eingeführt. Während englische und irische Siedler, welche zumeist Anglikaner und Katholiken waren, ihre eigenen Traditionen mitbrachten und zelebrierten, zeigten sich die presbyterianisch geprägten Schotten zunächst eher verhalten. Erst 1873 wurde Christmas Day ein gesetzlich verordneter Feiertag, an welchem Arbeitnehmer in Folge des Industrial Conciliation and Arbitration Act von 1894 auch endlich frei bekamen. Mit dem Gesetz über Feiertage von 1910 wurde dann auch "der Tag danach" zum arbeitsfreien Zweiten Weihnachtstag erklärt, welcher in Neuseeland unter dem Namen Boxing Day bekannt ist.


Zwar orientieren sich die Weihnachts- und Festtagstraditionen der Kiwis an britisch/nordamerikanischen Symbolen und Dekorationen, doch hat der Zeitpunkt der Feiertage in der Sommersaison der südlichen Hemisphäre aufgrund des wärmeren Wetters noch ganz eigene Rituale entstehen lassen. Einheimische Pflanzen, Farne und Flachs werden neben traditionellen Weihnachtsblumen, wie der Mistel, ausgestellt. Das wahre Markenzeichen Neuseelands für diese Jahreszeit ist jedoch der sogenannte Pōhutukawa (Metrosideros Excelsa), welcher im Dezember große purpurrote Blüten hervorbringt und daher auch den passenden Beinamen New Zealand Christmas Tree trägt.



Viele Hausbesitzer schmücken ihr Grundstück bereits Ende November aufwendig - zur Freude der Passanten und ganzen Nachbarschaft. Die Darstellungen reichen von unzähligen Lichtern zu saisonalen Motiven, Santa Claus und seinen Rentieren sowie diversen Krippenspielen. Auch große Paraden werden im klassisch angelsächsischen Stil mit bunt gestalteten Umzugswägen lokaler Organisationen und Unternehmen in Kiwi-Metropolen, wie Auckland, Wellington, Christchurch und Dunedin (siehe unten), abgehalten.


Anders als an Heilig Abend in Deutschland, kommen neuseeländische Familien in der Regel erst zum gemeinsamen Geschenkeauspacken am Vormittag des 25. Dezembers, also dem Ersten Weihnachtsfeiertag, zusammen, bevor anschließend zum großen Festmahl übergegangen wird - soweit es das Wetter zulässt, auch gerne draußen am Barbecue. Zu den traditionellen Speisen gehören Roastbeef, Truthahn, Lamm, verschiedene Salate und Bratengemüse. In etwas jüngerer Zeit ist es auch immer beliebter geworden, lokale saisonale Produkte wie Aufschnitt und Meeresfrüchte zu servieren. In ähnlicher Weise umfasst das Dessert eine Mischung aus typisch britischen Pflaumenpudding, "Obsthackpasteten", sogenannten Fruit Mince Pies, und Weihnachtskuchen, aber eben auch eigenen Kreationen, wie der - ich betone - neuseeländischen Pavlova (dem inoffiziellen Nationalgericht), einer mit Sahne und Früchten gefüllt und dekorierten Torte auf Baiserbasis.


In der Kirche und zu Hause werden natürlich auch typisch westliche Weihnachtslieder gesungen, entsprechend der sonnig warmen Atmosphäre jedoch inhaltlich manchmal etwas angepasst. Zu den beliebtesten Titeln gehören A Kiwiana Christmas, Sticky Beak the Kiwi, Te Harinui oder eben auch Christmas in New Zealand von Dennis Marsh.


Aus Neuseelands sommerlich warmen Hauptstadt Wellington wünschen wir euch nun - allen ehemaligen, aktuellen und interessierten KiwiLand-Teilnehmer/innen und euren Familien - von Herzen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in ein hoffentlich etwas ruhigeres Neues Jahr 2021 - Glück, Gesundheit und vor allem Zuversicht!



(Bildquellen: Copyright © 2010 - 2020 DJ-Kiwi Limited)

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